Vogel des Jahres 2021 - Das 50 jährige Jubiläum

NABU/Hartmut Mletzko
NABU/Hartmut Mletzko

Bereits seit 1971 küren NABU und LBV den „Vogel des Jahres“ – doch zum 50. Jubiläum ist alles anders: Erstmals ruft der NABU die Bevölkerung dazu auf, den „Vogel des Jahres“ 2021 selbst zu wählen.

 

Unsere Freundin, die Blaumeise, macht sich auf um einige der bisherigen Jahresvögel in ihren Lebensräumen aufzusuchen. Sie will sehen, was aus ihnen und ihrer Lebenssituation geworden ist. Dabei findet sie heraus, dass die Menschen grundlegende Verbesserungen herbeiführen müssen.


Unsere Online-Ausstellung im Überblick

Darf ich Ihnen Vorstellen? Die Blaumeise! Sie ist unser gewählter Vogel des Jahres (von den Kindern in Haltern am See) und begleitet uns durch die Austellung.

 

Finden Sie hier das große Interview unserer Blaumeise mit den Jahresvögeln und ihren bedrohten Lebensräumen.


Jahresvögel im Garten

 Entdecken Sie wissenswertes über Jahresvögel im Garten und erfahren Sie was sie für diese Vögel im eigenen Garten tun können - Das Quiz

 

Liste mit hilfreichen Links und Buchvorschlägen

 

Jahresvögel auf dem Land

Jahresvögel auf dem Land -  wissenswerte Informationen über Feldlerche, Braunkehlchen und Rebhuhn, sowie über ihre Probleme in der heutigen Landwirtschaft.



Schottergärten und das Stadtklima


Pflanzen auf Balkon und Terasse

Finden Sie spannende Steckbriefe über geeigneter Pflanzen für die Insekten- und Vogelwelt auf Balkon und Terasse.

 

Leckere Rezepte



Das große Jahresvögel-Interview mit der Blaumeise

 "Gestatten? Ich bin Cyanistes caeruleus, aber Ihr dürft Blaumeise zu mir sagen!" 😉

 

Kinder von Halterner Schulen haben mich als Botschafter für den Jahresvogel 2021 ausgewählt. Aber natürlich nur ehrenhalber, denn der Vogel des Jahres 2021 wird nicht wie sonst von den NABU und LBV Vogelexperten gekürt, sondern von allen Menschen, also von Euch, im Internet. Ich bin immerhin unter die ersten 10 gekommen…😊

 

Auf jeden Fall habe ich mir vorgenommen, einige Jahresvögel in ihrem Lebensraum zu besuchen und mal zu sehen, was aus ihnen und ihrer Lebenssituation geworden ist. Eins kann ich Euch jetzt schon sagen: Wir Vögel brauchen DICH um grundlegende Verbesserungen für die Umwelt ganz allgemein und für die Artenvielfalt im Besonderen zu erreichen. Denn nur so können wir UND Ihr überleben."

Blaumeise trifft Haussperling -  Schottergärten und das Klima in der Stadt

 Blaumeise (BM): Puh, ganz schön heiß hier.

Haussperling (HS): Ja, aber das kenne ich aus meiner ehemaligen Heimat der Steppe.

BM: Und warum lebst Du nun in der Stadt?

HS: Die Menschen sorgten für Futter. Als sie sesshaft wurden und mit Ackerbau begannen, fielen genug Körner als Futter für mich ab. So blieb ich bei Ihnen und landete so auch in Ihren Städten. Aber das findest Du ausführlicher hier.

BM: Dann ist dieser Vorgarten ja ideal für Dich.

HS: Wenn ich eine strenge Diät einhalten müsste, ja. Aber hast Du schon mal geschaut, was hier so wächst und krabbelt. Das fehlen Samen die ich und andere Vögel fressen könnten. Auch die Insektenfresser wie das Rotkehlchen schieben hier wohl Kohldampf. Einfach nichts da.

BM: Stimmt. Aber warum machen die Menschen sowas?

HS: Es soll pflegeleicht sein. Kostet aber wohl auch eine Menge. Nicht nur NABU und andere Umweltorganisationen weisen auf die Kosten für Anlage und Pflege hin. Auch viele Städte verweisen auf den negativen Einfluss auf das Klima in der Stadt. Aber am besten Du machst Dir selbst ein Bild.

Modul Garten

Modul Balkon und Terasse

Modul Landwirtschaft

Feldlerche

Ich muss mich schon eine Weile umschauen, aber da sehe ich sie,  mein gute Freundin die Feldlerche. Sie war übrigens schon zweimal der Vogel des Jahres. Früher konnte man sie ganz häufig hören, kein Spaziergang über Felder ohne ihren Gesang im Ohr. Inzwischen hört man sie nur noch selten, denn es gibt nur    noch ganz wenige von ihnen. Warum das so ist? Die Feldlerche lebt und macht ihre Nester am Orten, gerne etwas versteckt und dort zieht sie dann auch ihre Jungen groß. Das hat auch früher noch ganz gut geklappt: im Frühjahr fängt das Gras an zu wachsen und im Juni wurde es dann zum ersten Mal geschnitten. Bis dahin waren die Küken längst gross und konnten vor dem Mäher einfach flüchten. Heute kommt der Mäher das erste und zweite Mal schon im April und Mai und da sind die Küken oft noch zu kleine, um zu entkommen.

 

„Aber sie könnte doch auf Felder brüten!“ Versucht die Feldlerche, aber die Getreidefelder von heute, die durch massiven Biozid-Einsatz reine Monokulturen geworden, da gibt es für sie nicht viel zu holen. Und da findet sie auch nicht viele Insekten, mit denen sie ihre Jungen aufziehen kann.

 

Ich zwitschere meiner Freundin kurz zum Abschied zu und mache mich auf, ob ich noch andere Feldvögel treffe.

Braunkehlchen

Wenn sehe ich denn da? Eine Familie von Braunkehlchen, die da gemeinsam auf dem Boden im Nest hocken, die Jungen sind aber schon fast groß. Sie haben sich unter einem Busch versteckt, gar nicht so einfach sie zu entdecken. Ich habe sie auch schon lange nicht mehr gesehen, ist aber auch schwierig geworden, passende Nistplätze zu finden, an dem sie sich verstecken können und ungestört sind. Es gibt auch hier wenig Hecken und Gebüsche, die die Braunkehlchen benutzen könne. Die ganze macht ihnen auch das Leben schwer, weil Insekten und Spinnen ihre Hauptspeise sind.

 

Da hat sie im Frühjahr einen so langen Weg aus dem südlichen Afrika hier nach Europa auf sich genommen, um zu brüten und dann findet sie oft kein Plätzchen, um ihre Nestmulde zu errichten.

 

Bis bald meine Freunde, ich schaue mich noch mal ein bisschen weiter um.

Rebhuhn

Gut versteckt hatte sie sich ja und wegen ihres Federkleid auch nicht so leicht zu entdecken, aber ich habe sie gefunden. Sie versteckt sich nicht nur vor Ihren natürlichen Feinden wie Greifvögeln und Füchsen, sondern wird auch gerne von Menschen gejagt.

 

Rebhühner findet man fast überall auf der Welt und sind auch häufig - außer bei uns, da stehen sie kurz vorm Aussterben.

 

Das liegt auch nicht an ihren Feinden, sondern dass sie kaum noch einen geeigneten Lebensraum finden. In den großen, eintönigen Feldern, an deren Ränder auch keine Hecken und Büschen stehen, findet sie kaum noch die Abwechslung und Vielfalt, die sie zum Überleben braucht.

 

Bei meinem letzten Besuch hier war ich schnell wieder weg, weil der Jäger unterwegs war, auf der Jagd nach dem Rebhuhn. Sie hatte sich aber so gut versteckt, ganz flach an den Boden gepresst, da ist der Jäger glatt an ihr vorbeigelaufen.